Stachys byzantina © tdjoric - Fotolia

Wenn wir uns geschnitten oder die Haut abgeschürft haben, greifen wir meist zu einem Pflaster aus dem Laden oder der Apotheke. Das ist praktisch, man braucht es nur aus der Packung zu nehmen, die Schutzfolie abzuziehen und es auf die Wunde zu kleben. Außerdem gibt es Pflaster in leuchtenden Farben oder mit Bildern von Cartoon-Figuren, die sie nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen, die das Schräge lieben, beliebt machen.

Aber jetzt zu den Nachteilen

Das große Buch der HeilpflanzenWie die Selbstversorgungs-Expertin Kendra Lynne betont, wird ein großer Teil dieser Pflaster in China hergestellt. Die meisten wissen, dass Produkte aus China bestenfalls fragwürdig sind und die Gesundheit von Menschen, die mit ihnen in Kontakt kommen, gefährden können. Das bestätigen die vielen Warnungen vor importierten China-Produkten.

Chinesische Vertreter selbst haben gesagt: »Als Entwicklungsland ist in China die Sicherheit bei Lebens- und Arzneimitteln derzeit nicht befriedigend.«

Zu den Pflastern aus China kommen andere Probleme für die allgemeine Sicherheit der Menschen. Dass die Welt aus dem Ruder laufen könnte, hat viele Menschen veranlasst, Vorsorge zu treffen, nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Arzneien. Laut Lynne, die erfolgreich dabei ist, ihr 4000 Quadratmeter großes Grundstück in einen Selbstversorger-Garten umzuwandeln, sind bestimmte Pflanzen unabdingbar:

»Jede Pflanze, die ich in den Boden setze, muss zwei Bedingungen erfüllen. Sie muss entweder essbar sein oder medizinisch wirken. Am besten beides.«

Selbst angebaute antibakterielle Pflaster sind gesünder als die aus dem Laden

Wer seine Schnitt- und Schürfwunden natürlich behandeln möchte, braucht nur in den eigenen Garten zu gehen. Antibakterielle Pflaster müssen nicht aus der Packung kommen. Lynne erklärt, eine ihrer Lieblingspflanzen, Eselsohr oder Wollziest (Stachys byzantina), reiche aus. Die Pflanze wirke gleich mehrfach heilend.

»Eselsohr … wurde jahrhundertelang auf Schlachtfeldern als Wundverband eingesetzt. Die weichen, flauschigen Blätter nehmen nicht nur Blut auf und helfen, es schneller gerinnen zu lassen, sondern sie besitzen auch antibakterielle, antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften.« Die Blätter können sogar eingerissen sein, sodass der Saft austritt. Dieser Saft kann dann auf die Haut aufgetragen werden, um Schwellungen nach Insektenbissen oder -stichen zu lindern.

4000 Jahre alte HeilkundeDie Pflanze ist problemlos erhältlich, suchen Sie danach im Gartencenter. Vielleicht möchten Sie sie auch aus dem Samen ziehen. Füllen Sie dazu einen Behälter mit Anzuchterde, befeuchten Sie den Boden und setzen Sie höchstens zwei Samen fünf Millimeter tief in den Boden (wenn Sie einen größeren Behälter verwenden, können Sie bis zu sechs Samen einsetzen). Achten Sie darauf, dass die Erde feucht bleibt, und setzen Sie die eingepflanzten Samen nicht direkt der Sonne aus.

Sobald die Samen keimen, stellen Sie sie an einen Ort, an dem sie mindestens sechs Stunden Sonne täglich bekommen (verwenden Sie notfalls eine Wuchslampe). Später, wenn sie mindestens drei Reihen Blätter entwickelt haben, pflanzen Sie sie an einer leicht schattigen Stelle im Garten aus. Auch viele andere Pflanzen kommen als Alternative zu Pflastern aus dem Laden infrage.

Nicht nur Eselsohr: weitere Pflanzen mit antibakteriellen Eigenschaften

Wie Lisa Lynn, ebenfalls Selbstversorgungs-Expertin, erklärt, bieten mehrere Pflanzen antibakterielle und antiseptische Eigenschaften. Es lohne sich, sie auszuprobieren.

Auf ihrer Liste stehen Aloe, Meerrettichwurzel, Thymian, Estragon, Basilikum und Blaubeeren. Jede enthält unterschiedliche Mengen an antimikrobiell wirksamen Substanzen und sekundären Pflanzenstoffen, die helfen, Pilze, Viren, Parasiten und Bakterien zu töten. Blaubeeren beispielsweise helfen, vor E. coli zu schützen, während Aloe gegen Salmonella und Streptococcus hilft. Viele dieser Pflanzen sind zwar essbar, aber nicht alle sind für den Verzehr vorgesehen, zumindest nicht ständig in großen Mengen. Lynn empfiehlt, die Pflanzen zu zerdrücken und äußerlich anzuwenden, und die, die eingenommen werden, vorsichtig zu verwenden.

»Nur weil Sie problemlos eine Prise Thymian in Ihre Spaghettisoße geben können, heißt das nicht, dass Sie eine ganze Schüssel voll essen sollten, um eine Infektion zu behandeln. Achten Sie also darauf, diese Dinge sparsam zu verwenden, wenn es heißt, ›in kleinen Mengen unbedenklich‹. Wie viel zur Behandlung von Infektionen oder Krankheiten angewendet werden muss, ist nicht bekannt. Im Notfall empfehle ich, zunächst kleine Mengen zu nehmen und diese bei Bedarf zu steigern (solange sie sicher anzuwenden sind).«

In einer Zeit wie der unsrigen, wo der Selbstversorgung immer größere Bedeutung zukommt, sollten wir über den Anbau von Pflanzen mit medizinischen Eigenschaften nachdenken.

von Jennifer Lilley

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Bildquelle: Fotoloia © tdjoric - Fotolia

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